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| Mit der Endurance ins ewige Eis: Meine Antarktisexpedition 1914-1917 von , ,
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beeindruckend
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Mit der Endurance ins ewige Eis: Meine Antarktisexpedition 1914-1917 (Taschenbuch) Ich habe vor etwa 2 Jahren von Alfred Lansing "635 Tage im Eis" gelesen. Ob meiner Lektüre einer Expeditionsschilderung des "Nichtteilnehmers" Alfred Lansing, aber zweifellos ernst zu nehmenden Recherchierenden, bin ich gut vorbereitet (in diesem Fall unbeabsichtigt) in die Berichterstattung des berühmten und anerkannten Expeditionsleiters "himself", Sir Ernest Shackleton, eingestiegen. Weltweite Anerkennung die ihm zuteil wurde, obwohl keine seiner Expeditionen "das eigentliche Ziel" erreicht haben, er allerdings die Expeditionsteilnehmer nach einer wohl eher unbeschreiblichen Irrfahrt, die Endurance im Packeis verlierend, quasi im nicht beobachtbaren Zeitlupentempo zerberstend, vom neu errichteten Lager auf Schollen aus zuschauend wie sie nach Monaten des Widerstandes gegen die Drift der See und den sich stets mit dem Wind veränderten Verschiebungen und Druckkräften der Eismassen (innerhalb der außergewöhnlich noch strengeren antarktischen Jahreszeiten zwischen 1914 und 1917) zermalmt wurde. Und die Crew weiterhin teilweise auf Eisscholen überlebend, sich in einer Zeit des akuten Nahungsmangels auch von den letzten verbliebenen Schlittenhunde ernährend, und von vielen anderen Unglaublichkeiten begleitet, durch Shackletons unumstößliche Entschlossenheit aus der unwirtlichen Welt der Antarktis geführt und gerettet wurde. Ich möchte hier nur bedeutend erwähnen, dass ich diese Reihenfolgen der Lektüre, nach meinen stark mitempfundenen LeseErlebnissen empfehlen möchte. Da sich sicherlich beim nicht teilgenommenen Autor selbstverständliche aber unterschiedliche Bedürfnisse nach Fragen auftun, und von eben einem "Nichtteilnehmer" thematisiert werden, deren Beantwortung ein leitender Expeditionsteilnehmer mitunter nicht als erforderlich betrachtet, bzw. sich für diesen die Fragen des Nichtteilnehmers selbst, sich als solche gar nicht erst stellen. Konkreter: Lansing führt am Anfang seines Buches eine Liste mit den Namen aller Expeditionsteilnehmer inklusive deren Funktionen an. Er musste offenbar sich selbst ein Bild der Verhältnisse und Gruppendynamik erstellen, was Shacklton nachvollziehbarerweise nicht brauchte, den er war ja Teil dieser Dynamik. Er führte diese Liste, ohne extra angeführte Funktionen, zum Schluss in seinem Buch an und dennoch entstand nicht der Eindruck, er vernachlässige eingangs wichtige Informationen. Sein Einstieg veranlaßte mich als Leser zwar einen gewissen Vertrauensvorschuss aufzubauen, den ich später aber nicht bereuen sollte! Ich wußte also schon einzelne Charaktere namentlich und in deutlicher Erinnerung ihres persönlichen Einsatzes oder Erleidens, in einen Kontext einer eigenen Perspektivenschau auf die Geschehnisse zu deuten, die sich niemals mit Shakletons Angaben und Aufzeichnungen widersprachen, bzw Shackletons mit den früher gelesenen Recherchen Lansings. Und eher wohl dadurch, weil Shakleton diese viel persönlicheren Beschreibungen ausließ, konnte ich die beiden Bücher wie ERGÄNZUNGEN erlesen, was mich eher an eine Absprache der beiden Autoren denken ließ. Was, wie "wir" ja wissen, nicht möglich war, denn als Lansing sein Copyright 1959 auf sein Buch bekam, waren bekanntlich 40 Jahre nach dem Erscheinen und dem Copyright 1919 "Mit der Endurance ins ewige Eis" vergangen. Vielmehr konnte Lansing durch Interviews von teilweise noch lebenden Überlebenden, und deren Aufzeichnungen und aus Tagebüchern von bereits Verstorbenen, seine Recherchen ergänzen. Sir Ernest Shackleton orientiert sich in seinem Buch verläßlich an seinen eigenen Aufzeichnungen und ergänzend an persönlichen Tagebuchaufzeichnungen seiner Gefährten, gebührend seiner Mannschaft. Aber nie in seiner eigenen Verantwortungslast an irgendwelche in den Vordergrund gewachsenen Deutungen gespielten eigenen Rolle und Bedeutung dieser Funktion dieser Rolle. Er orientiert sich wohl auch wie in der Expedition selbst (wie wäre das sonst wohl alles zu schaffen gewesen?) unmissverständlich in seiner wahrzunehmenden Rolle und Funktion. Seiner ununterbrochenen Rollenwahrnehmung und seinem unausgesetzten Zuständigkeitsbewusstsein verdankend und entsprechend deren schier übermenschlichen Leistungen im Sinne "eine Gruppe zusammen zu halten" und selbst wohl die einsamste Rolle eines überlebenswichtigen konsequenten Entscheidungsträgers als Leiter und Hauptverantwortlichen der Expedition zu tragen und zu leben, zeichnet wohl auch dieses Buch in seinem Lesegenunss die vorausgegangene beschriebene Haltung im echten Erlebten und bloß ansatzweise Nacherzählbaren aus. Wüßten wir nicht dass es solche Abenteurer gibt, wir würden diese Lektüre für einen umwerfenden wenn nicht gar unerfindbaren oder überaus unrealistischen Roman halten. Und letztlich reiste ich lesend mit großer aber gelassener Bewunderung für Sir Ernest Shakleton, und gegenüber seinen Mitstreitern im gemeinsamen Kampf, abwechselnd gegen und mit den Kräften der Natur.
Übrigens: Es gibt noch weitere Literatur zur selben Expedition!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 14. März 2010 | | | | | | | |
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